„Hell, hell erstrahlt das Licht und ficht

Gar wieder Dunkelheit und Schrecken immer weiter,

Greifenbund und Drakensteiner, calandrianische Reiter ...

Spandower Löwen brüllen ...

Elfen hüllen ein den Feind mit Pfeil und magisch Schein.

Hell, hell erstrahlt das Licht und nichts entwischt!

Auf, auf Ihr Mannen Schwerte schwingend und Feuersbrunst vom Himmel singend,

Wogt brandend auch die Dunkelheit herein.“

- Eliria Saylaris -

 

Es war ein langer und kalter Winter gewesen. Seid Monaten drängte sich alles um die wärmenden Feuer. Selten einmal bot sich die Gelegenheit eines kurzen Streifzugs durch das gefrorene Land.

Das eine oder andere Mal fand man wohl ein wenig Kurzweil auf allerlei Festlichkeiten. Jedoch, die meisten Derer, die die Welt ruhelos durchstreifen, ergriff ein inniges Gefühl tiefster Langeweile, und die Freude auf den beginnenden Frühling war überall deutlich zu spüren.

 

So war es den auch nicht verwunderlich, daß man als bald die Straßen wieder voll fand, kaum die ersten wärmenden Strahlen der Sonne das Land erfreuten.

 

In Windeseile verbreiteten sich all die Neuigkeiten, welche der weiße Mantel des Winters verschüttet hatte: Von Kriegen, Nöten, Leid und Wundern, Heldentaten und allerlei Klatsch und Tratsch erfuhr man da.

 

Schnell ward auch überall bekannt, dass eine kleine Heerschar Wagemutiger in weite Ferne gezogen und dort gesiedelt hatte. Irgendwie hatten sie die vergangenen Winter überlebt und mittlerweile sprach man von Dörfern und Städten, redete von einem Königreich.

 

Calandris ward es geheißen, Caimaldan solle die Residenz derer von Morgenstern sein. Eine Stadt in Mitten der Wildnis, mehr Dorf und Bollwerk als fürstlicher Palast.

 

So wurde damals an den Feuer erzählt. Und damals wie heute hört man verkünden:

 

„All Ihr wackeren Kämpen, all Ihr mutigen Abenteurer!

In unserem Land regiert das Chaos! Unsere Grenzen sind nicht fest,

unsere Straßen nicht sicher!

 

Drum rufen wir Euch, uns zur Seite zu stehen! Der Fürst sucht

Männer und Frauen, welche unser Reich festigen mögen.

Tretet den fürstlichen Truppen bei, oder säubert unsere

Wälder und Schluchten auf andere Art und Weise!

 

Kommt nach Caimaldan und Ihr erhaltet das Siegel des Schutzes.

Dieses gewährt Euch das Recht auf die Benutzung einer Waffe, sowie das Privileg, alle gefundenen Schätze Euer Eigen nennen zu dürfen. Auch steht Euch Land zum Siedeln frei.

Die Verdientesten unter Euch werden mit Gold und Titeln reich belohnt werden!“

 

Wenige Jahre ist es her, das in Tasliks Taverne (nur eine halbe Tagesreise von Caimaldan entfernt) die Umtriebe eines bösen Geistes durch das beherzte Eingreifen einer Abgesandschaft Aduns und ein paar wackerer Abenteurer beendet werden konnten.

 

Doch alsbald gab es Kunde von der mysteriösen Zerstörung des kleinen Grenzdorfes Haldenstedt. Es hieß, man hätte Crontas gesehen – die sagenhaften wahren Paladine Koschs – des Gottes der Reinheit und des Lichtes. Mit weißen, wallenden Gewändern bestickt mit Runen und mächtige Waffen schwingend. Ihr Gesicht halb weiß wie das Licht, halb rot wie das Blut Ihrer Feinde erblickte man Sie nahe der Heiligen Säulen.

 

Die Crontas leben in diesem Landstrich seid undenklicher Zeit. Dann kamen die Orks und waren zahlreich wie die Fliegen. Die Crontas zogen sich zurück, bereit gegen die große Gefahr aus dem Norden zu ziehen. Irgendwann kamen die Menschen und ehrten wieder Kosch.

 

Im folgenden Sommer – nahe der Westgrenze von Calandris nur wenige Pferdestunden entfernt von der Feste Weidenturm gelang es einem Spion Saladars, geheime Truppenaufstellungspläne zu entwenden.

 

Ein geschickter Schachzug der Dunkelheit hätte im gleichen Herbst beinahe die Zerstörung der Heiligen Scheibe des Lichtes zur Folge gehabt. Diese wurde aus einem Heiligtum gestohlen und nur dem beherzten Eingreifen mutiger Helden und Abenteurer ist es zu verdanken, das Sie nun wieder sicher verwahrt ist.

 

Doch oh weh, die gestohlenen Pläne erlaubten es den Dunklen Schergen, im kommenden Sommer in die Baronie Mydenteich einzumarschieren. In der Baronie Hohenweiden (nahe der Stadt Farlon) kam es zur Schlacht. Dank sei Kosch konnten die Dunklen vertrieben werden und die nahegelegene Säule Aduns wurde heldenhaft von Abenteurer verteidigt und erfolgreich beschützt.

Copyright © 1999 - 2010 by Daniel Leschnitzer                       Webmaster: Matthias Dietrich